Eingewöhnung eines Wellensittichs an die neue Umgebung.

Ein neuer Wellensittich ist eingezogen – jetzt beginnt die spannende Phase der Eingewöhnung. Damit sich dein Vogel schnell sicher fühlt, braucht er Ruhe, Geduld und eine Umgebung, in der er sich ohne Stress orientieren kann. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du deinen Wellensittich neu eingewöhnen kannst, welche Dauer realistisch ist und wie du erste Signale erkennst, dass er sich in seinem neuen Zuhause wohlfühlt.

5-Phasen-Plan zur Eingewöhnung

Phase 1 – Ankunft & Quarantäne

Bevor der Wellensittich ankommt, sollte der Käfig fertig eingerichtet sein: frisches Wasser, artgerechtes Futter, Naturholz-Sitzstangen und Rückzugsmöglichkeiten. Vermeide Plastikstangen oder Sandpapier-Überzüge, da sie den Füßen schaden.

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Kommt der Vogel im neuen Zuhause an, setze ihn vorsichtig aus der Transportbox in den vorbereiteten Käfig. Vermeide laute Geräusche und hektische Bewegungen. Für die ersten Tage ist es sinnvoll, ihn von anderen Vögeln getrennt zu halten – besonders, wenn du einen zweiten Wellensittich eingewöhnen möchtest. Diese Quarantänephase verhindert mögliche Krankheitsübertragungen.

Phase 2 – Ruhe & Distanz (Tag 1–2)

Die ersten Tage sind reine Beobachtungszeit. Stelle den Käfig an einen ruhigen, hellen Platz ohne direkte Zugluft. Räume mit viel Kinderlärm oder Fernseher sind ungeeignet.

Sprich sanft und ruhig mit deinem Wellensittich. So gewöhnt er sich an deine Stimme, ohne dass er sich bedrängt fühlt. Schon jetzt kannst du den Grundstein für Vertrauen legen, indem du dich regelmäßig, aber dezent näherst.

Phase 3 – Beobachtung & Futteranpassung (Tag 2–7)

Viele Wellensittiche sind in den ersten Tagen schüchtern und fressen oder trinken nur, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Stelle deshalb sicher, dass Wasser- und Futternäpfe gut erreichbar sind.

Füttere zunächst dasselbe Futter, das er vom Züchter oder aus der Zoohandlung kennt. Nach und nach kannst du auf hochwertiges Körnerfutter oder Mischungen umstellen. Kolbenhirse eignet sich hervorragend, um Vertrauen aufzubauen – sie wird fast immer gerne angenommen.

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Wenn du bereits einen Schwarm hast und ein neuer Wellensittich dazukommt, kann es passieren, dass der neue Wellensittich nicht akzeptiert wird. Achte deshalb auf das Sozialverhalten: Gibt es Aggressionen oder Jagen, trenne die Tiere zunächst räumlich, sodass sie sich langsam durch Gitter kennenlernen können. Weitere Tipps findest du unter Zusammenführung von Wellensittichen.

Phase 4 – Erster Freiflug (ab Tag 5–7)

Sobald dein Wellensittich regelmäßig frisst und trinkt, kannst du den ersten Freiflug wagen. Voraussetzung ist ein vogelsicherer Raum: Fenster geschlossen oder mit Gardinen gesichert, keine giftigen Pflanzen, keine Kerzen oder offenen Wasserstellen.

Wellensittich eingewöhnen – grüner Vogel sitzt im Käfig auf einer Stange mit Glockenspiel

Ein neugieriger Wellensittich bei der Eingewöhnung im neuen Käfig – Spielzeug und Naturstangen helfen beim Wohlfühlen.

Öffne die Käfigtür und gib deinem Wellensittich die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob er hinausfliegen möchte. Zwinge ihn nicht – Geduld ist entscheidend. Manche Tiere fliegen schon nach wenigen Minuten, andere brauchen mehrere Tage. Lies dazu auch: Freiflug bei Wellensittichen.

Phase 5 – Vertrauen & Rückkehr üben

Für viele Halter ist die größte Sorge: „Wie kommt mein Wellensittich wieder in den Käfig zurück?“ Hier hilft erneut Kolbenhirse. Halte sie anfangs in die Nähe der Käfigtür, sodass der Vogel lernt, dass im Käfig eine Belohnung wartet. Mit der Zeit wird er freiwillig zurückkehren.

Wichtig ist, niemals hektisch nach dem Tier zu greifen. Das zerstört Vertrauen und verlängert die Wellensittich Eingewöhnungszeit erheblich. Stattdessen solltest du ruhig und konsequent vorgehen.

Dauer und Verlauf der Eingewöhnung

Die Eingewöhnung dauert im Schnitt 1 bis 3 Wochen. Manche Tiere brauchen nur wenige Tage, andere bis zu zwei Monate. Jeder Wellensittich hat seinen eigenen Charakter und bringt individuelle Erfahrungen mit.

Typische Signale für Wohlbefinden sind:

  • neugieriges Erkunden der Umgebung
  • entspanntes Sitzen auf der Stange
  • leicht aufgeplustertes Gefieder
  • Interesse an Spielzeug wie Glöckchen oder Seilen
  • Knirschen mit dem Schnabel und Schlafen auf einem Bein

Wie lange hat die Eingewöhnung bei deinem Wellensittich gedauert?

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Faktoren, die die Eingewöhnungszeit beeinflussen

Nicht alle Wellensittiche gewöhnen sich gleich schnell an ihr neues Zuhause. Einige sind neugierig und aktiv, andere zurückhaltend und ängstlich. Folgende Faktoren spielen bei der Eingewöhnung eine entscheidende Rolle.

🏠 Herkunft der Wellensittiche

  • Wellensittiche aus liebevoller Hobbyzucht sind oft zahmer als Vögel aus dem Zoofachhandel.
  • Ältere Wellensittiche, die schon lange in vertrauter Umgebung gelebt haben, brauchen meist mehr Zeit zur Eingewöhnung als Jungvögel.

🌿 Neue Umgebung

  • Ein ruhiger und sicherer Platz für den Käfig erleichtert dem Wellensittich die Eingewöhnung.
  • Zugluft, Lärm oder häufige Störungen durch Menschen und andere Haustiere können die Eingewöhnungszeit verlängern.

🦜 Charakter des Wellensittichs

  • Mutige, neugierige Vögel erkunden ihre Umgebung schneller als schüchterne oder ängstliche Wellensittiche.
  • Manche Vögel beginnen schon nach wenigen Tagen zu zwitschern, andere bleiben zunächst still.

🕰 Tagesablauf und Routine

  • Feste Fütterungszeiten geben dem neuen Wellensittich Sicherheit.
  • Leise Ansprache und vorsichtige Annäherung helfen, Vertrauen aufzubauen.

Wenn dein Wellensittich nicht frisst oder trinkt

Viele Halter sind besorgt, wenn der Vogel am Anfang scheinbar nichts zu sich nimmt. Häufig ist es nur Schüchternheit. Beobachte ihn genau – frisst oder trinkt er länger als 24 Stunden nicht, solltest du einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen.

Besonders kritisch sind Symptome wie:

  • stark aufgeplustertes Gefieder
  • Apathie und Teilnahmslosigkeit
  • sichtbare Schwäche oder Gleichgewichtsstörungen

Eingewöhnung von mehreren Wellensittichen

Manchmal geht es nicht nur um einen einzelnen Vogel, sondern um die Frage: Wie kann man einen zweiten Wellensittich eingewöhnen?

  • Stelle die Käfige zunächst nebeneinander, sodass sich die Tiere hören und sehen können.
  • Achte auf das Verhalten: ruhige Neugierde ist ein gutes Zeichen, Aggression erfordert mehr Distanz.
  • Gemeinsamer Freiflug sollte erst stattfinden, wenn sich beide Vögel entspannt zeigen.

Auch die Geschlechterkombination spielt eine wichtige Rolle: Zwei Hähne verstehen sich meist besser als zwei Hennen, während gemischte Paare häufig harmonisch zusammenleben.

grüner Wellensittich sitzt während der Eingewöhnungsphase in einem Käfig

Abschließende Tipps zur Zähmung

Nach der Eingewöhnung beginnt die nächste Phase: die Zähmung. Hier gilt, dass Vertrauen nur langsam entsteht. Zwang ist kontraproduktiv. Nutze Kolbenhirse, um Nähe aufzubauen, und vermeide hektische Bewegungen. Mit Geduld wird dein Wellensittich lernen, deine Nähe zu akzeptieren und vielleicht sogar freiwillig auf die Hand zu kommen.

Weiterführende Informationen

Wenn du dich noch tiefer mit dem Thema beschäftigen möchtest, findest du auf der Seite des
Bundesverbands für fachgerechten Natur- und Artenschutz (BNA) viele Informationen rund um die artgerechte Haltung von Ziervögeln.

Ebenfalls hilfreich ist das
Merkblatt zur Vogelhaltung der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT), das praxisnahe Tipps zur Pflege und Unterbringung von Wellensittichen enthält.

Fazit

Die Eingewöhnung ist ein Prozess, der Geduld und Aufmerksamkeit erfordert. Ob du einen einzelnen Wellensittich oder einen neuen Wellensittich in einen Schwarm eingewöhnen möchtest – Ruhe, klare Abläufe und behutsamer Kontakt sind die wichtigsten Faktoren. Achte auf Signale deines Vogels, und zwinge ihn niemals zu etwas.

So gelingt dir ein harmonischer Start in ein langes und vertrauensvolles Zusammenleben mit deinem gefiederten Freund.

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Vögel sind meine Leidenschaft: Schon seit Kindheitstagen ist mein Leben eng mit Wellensittichen verbunden. Mittlerweile bereichern auch andere australische Sittiche meinen Alltag. Als aktives Mitglied der AZ e. V. teile ich hier fundiertes Praxiswissen für eine Haltung, bei der das Tierwohl an erster Stelle steht. Dieses Projekt betreibe ich mit viel Herzblut – unabhängig, ehrlich und zur Kostendeckung finanziert durch *Affiliate-Links und Werbung.

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