,

Wellensittichzucht | Seit 2014 auch ohne Zuchterlaubnis möglich

Wellensittichzucht

Eine Zuchtgenehmigung für Wellensittiche ist seit 2014 nicht mehr notwendig. So manch einem Wellensittichfreund überkommt der Wunsch, aus den eigenen Tieren Nachwuchs zu züchten.

Lange Zeit war dafür eine Zuchterlaubnis erforderlich. Dies ging aus § 17 des Tierseuchengesetztes hervor. Seit dem Inkrafttreten des neuen Tiergesundheitsgesetzes, das seit dem 1. Mai 2014 gilt, ist dieser Paragraph nicht mehr enthalten. Überflüssig wurde das Verbot der Zucht ohne Zuchtgenehmigung jedoch bereits im September 2012, als die Psittakose-Verordnung aufgehoben wurde.

Rechtliche Voraussetzungen für die Wellensittichzucht

Die Psittakose-Verordnung regelte, welche Maßnahmen vom Züchter getroffen werden müssen, wenn ein Vogel an der Papageienkrankheit Psittakose erkrankt ist. Diese Krankheit stellt nicht nur für Vögel, sondern auch für Menschen ein Risiko dar, da sie auf ihn übertragbar ist. Um die Krankheit schnell eindämmen zu können, war unter anderem eine Beringung aller Nachzuchten vorgesehen sowie die genaue Buchführung über Nachkommen. Für die gewerbliche Zucht ist auch weiterhin eine Erlaubnis nötig. Die Grundlage hierfür ist § 11 des Tierschutzgesetzes. Im privaten Bereich steht die Zucht nun jedem offen.

Trotzdem sollte die Entscheidung zur Zucht gut überdacht werden, da es bei der Zucht von Wellensittichen regelmäßig zu Problemen kommen kann. Daher sollte der Züchter sich im Vorfeld über mögliche Risiken informieren. Voraussetzung für die Zucht von Wellensittichen sind gesunde, adulte Elterntiere. Auch wenn Wellensittiche bereits früher geschlechtsreif sind, sollte mit der Zucht gewartet werden, bis beide Tiere etwa ein Jahr alt sind. Zudem sollten die Tiere vor der Zucht untersucht werden, um Krankheiten auszuschließen.

Optimale Bedingungen für gesunden Nachwuchs

Am einfachsten ist die Koloniebrut, bei der mehrere Paare sich gegenseitig stimulieren. Dafür sollte ein ausgewogenes Verhältnis von Hähnen und Hennen vorhanden sein, denen mehrere Nistkästen zur Verfügung stehen. Eine weitere Möglichkeit ist eine Separierung eines Paares, dem in einer Zuchtbox ein eigener Nistkasten zur Verfügung gestellt wird. Dabei sollten die Vögel sich in Hörweite zu ihrem Schwarm befinden. Einen Nistkasten kann man ganz einfach selbst bauen.

Neben dem Nistkasten spielt auch die Versorgung eine große Rolle bei der Zucht. Wellensittiche brüten nur, wenn sie ihre Versorgung für gesichert halten. Ein ausgewogenes, abwechslungsreiches Futter vor und während der Brutzeit fördert also die Chance auf Nachwuchs. Vor allem Keimfutter sollte zur Verfügung stehen, da auch in der freien Wildbahn gekeimte Samen während der Brutzeit auf dem Speiseplan stehen. Wer Wellensittiche züchten möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Zucht nicht lukrativ ist. Verschiedene Anschaffungen, mögliche Misserfolge und ein geringer Verkaufspreis der Nachzuchten machen die Wellensittichzucht zu einer reinen Liebhaberangelegenheit.

Wellensittichzucht | Seit 2014 auch ohne Zuchterlaubnis möglich: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
3,96 von 5 Punkten, basierend auf 23 abgegebenen Stimmen.

Loading...

2 Antworten
    • Maik
      Maik says:

      Der Wegfall der Zuchtgenehmigung ist gleichzeitig der Wegfall der Psittakose-Verordnung in Deutschland. Deutschland war das einzige Land in der Europäischen Union, welches eine staatliche Bekämpfung der Psittakose in einem Gesetz verankert hatte. Die Diskussion beim Wegfall der Psittakose-Verordnung war sehr intensiv, jedoch gab es in 10 Jahren gerade mal knapp 150 Psittakosefälle. Vogelhalter mussten immer nach Paragraf 17g Tierseuchengesetz eine Zuchtgenehmigung beantragen. Dort war auch geregelt, dass eine Kennzeichnungspflicht (Ringpflicht) bestand. Mit dem Wegfall der Psittakose-Verordnung brauchen alle Psittaciden– Halter bzw. Züchter keine Zuchtgenehmigung mehr. Kennzeichnung von Sittichen und Papageien mit Vogelringen ist nicht mehr erforderlich. Eine Ring- und Buchführungspflicht nach der Psittakose-Verordnung ist damit auch weggefallen, es sei denn die Vogelart ist in der Anlage 6 Bundesartenschutz-Verordnung aufgeführt.

      Nach dem Wegfall der Psittakose-Verordnung und der Ringpflicht bleibt für Vogelhalter, die mit dem Gedanken spielen zu züchten, eine Fürsorgepflicht. Jeder sollte im Vorfeld, von einem vogelkundigen Tierarzt abklären lassen, ob die Vögel gesund sind.

      Antworten

Du hast noch offene Fragen?

Gib ein Feedback oder stelle deine Fragen zu diesem Thema.
Deine Meinung ist uns wichtig! Mit einen Kommentar kannst du diesen Eintrag ergänzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.