Trichomonaden-bei-Wellensittichen

Trichomonaden bei Wellensittichen

Vor einigen Tagen habt ihr schon gelesen, wie wichtig es ist das Wasser der Wellensittiche zu wechseln. In diesem Artikel wurden Trichomonaden bereits angesprochen, ich möchte euch einen Erfahrungsbericht über Trichomonaden geben.

Was sind Trichomonaden?

Es sind Parasiten (Geißeltierchen) die den Rachen und die Kropfschleimhaut besiedeln. Die Schleimhaut der Wellensittiche bekommt gelbliche Beläge und durch die Bakterien riecht der Rachen etwas fischig. Der Erreger der Trichomonaden ist Trichomonas gallinae, dieser ist ein Einzeller und kann mit bloßem Auge nicht gesehen werden.

Trichomonaden bei Wellensittich

Die Symptome äußern sich meist mit Erbrechen von Futter und klebrigen Schleim. Manche Wellensittiche würgen trocken (als würde den Wellensittich etwas im Hals stecken) oder niesen sehr häufig. Unter anderem sind die Vögel matt, geplustert und Anteilnahme los und sitzen aufgeplustert im Käfig.

Ursache, Behandlung und Vorsorge von Trichomonaden:

Hauptursache ist mangelnde Hygiene beim Trinkwasser. Doch Wellensittiche können den Erreger schon von den Elterntiere durch das Füttern erhalten haben. Stresssituationen wie

  • Mauser,
  • Umzüge,
  • fangen des Wellensittichs oder
  • ein neuer Wellensittich im Käfig.

Die Behandlung legt der Tierarzt nach einem Kropfabstrich fest. Dann wird dem betroffenen Wellensittich Antiparasitikum (Antibiotika) verabreicht. Vorsorge kann jeder Wellensittich Halter treffen, indem er mehrere Gefäße für das Trinkwasser besitzt und diese richtig trocknen lässt. Lese dazu, welche Näpfe geeignet sind. Trichomonaden werden auch bei Temperaturen ab 75 Grad Celsius abgetötet. Ein auskochen der Wassernäpfe ist regelmäßig zum Empfehlen.

Trichomonaden kommen auch bei Menschen vor und werden über den Geschlechtsverkehr übertragen. Einen Befall von Trichomonaden wird in der Medizin als Trichomoniasis bezeichnet. Diese Infektion ist die am häufig übertragene Geschlechtskrankheit.

Wird der Erreger rechtzeitig bei Wellensittichen erkannt sind die Heilungschancen sehr gut. Die Überlebenschance sinkt je weiter die Krankheit voran schreitet. Eine eigene Behandlung mit Apfelessig führt auf keinen Fall zur Verbesserung und dient auch nicht zur Vorsorge.

Erkrankte Wellensittiche müssen separiert werden, da Trichomonaden hochgradig ansteckend sind. Meistens müssen alle Sittiche behandelt werden, da der Erreger schon übertragen wurde. Ein Gang zum Tierarzt ist zwingend notwendig!

Übertragung von Trichomonaden bei Wellensittichen

Trichomonaden bei meinen Wellensittich Lio

Als wir es bei unserem Lio feststellten, war es schon weiter fortgeschritten. Er war ein guter Schauspieler und ließ sich länger nichts anmerken. Wellensittiche sind sehr gute Schauspieler, hier muss man immer zweimal hinschauen. Zu der Zeit war Lio mit Lia zusammen und beide turtelten jeden Tag, zu jeder Zeit, als er sich zurück zog und Lia immer Zuneigung forderte, wurde ich nachdenklich. Da Lia sehr handzahm ist und ich sie mehrfach am Tag auf den Finger nehme. Musste ich bei meinen täglichen Küsschen aufs Bäuchlein einen Geruch feststellen, erst dachte ich Lia wäre befallen, aber mir wurde schnell klar, das Lia nur von Lio gefüttert wurde und er die Trichomonaden im Kropf haben musste.

Wir packten unseren Lio ein und fuhren zu unserer vogelkundigen Tierärztin Fr. Dr. Sander aus Oldenburg. Sie machte einen Kropfabstrich bei meinem Wellensittich und nahm eine Kot Probe. Die Diagnose war eindeutig: Trichomonaden!

Wellensittich Lio mit Trichomonaden

Wir bekamen zur Behandlung Ridzol:

1 g Ridzol auf 1 l Wasser oder
0,5 g ( 500 mg) Ridzolauf 500 ml Wasser

diese Trinkwasserkur mussten wir den Wellensittich 7 Tage lang verabreichen.

Des Weiteren sollten wir auf das Futter für Lio achten, er sollte leicht verträgliches Futter bekommen und kein normales Wellensittich-Futter. Lio hatte die Auswahl zwischen Quellfutter, Knaulgras, roter Hirse, Eifutter und evtl. Babybrei, aber da war nicht so begeistert von.
Während der Zeit ist es wichtig die Trinkgefäße mindestens 24 Stunden, besser 48 Stunden austrocknen zu lassen.
Nach einer Woche war Lio wieder fit und durfte wieder zu seinen gefiederten Freunden. Zur Vorsicht gaben wir das Ridzol noch zwei Tage länger in das Trinkwasser der Wellensittiche. Der Auslöser, der Trichomonaden, war die Mauser bei Lio.

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