Keimfutter für Wellensittiche

Quell- und Keimfutter für Wellensittiche

Keimfutter ist während der Mauser, während der Brutzeit, für kranke Wellensittiche und im Winter ein wichtiger Vitamin- und Mineralstofflieferant. Bei der Herstellung von Quell- und Keimfutter sollte jeder Vogelliebhaber streng auf Hygiene achten.

Wenn das Grünfutter knapp wird und die Blätter leuchtend gelb und rot werden, die letzten Früchte in der Natur für die Wildvögel zurückgelassen werden sollten, kann der Wellensittichhalter mit dem quellen und keimen von Saaten seinen Vögeln wichtige Nährstoffe mit Quell- und Keimfutter bieten.

Wellensittiche im australischen Busch fressen häufig die Keimlinge von jungen Gräsern und heranreifender Samen.

Quell- und Keimfutter stellt eine zusätzliche Fütterung von Wellensittichen dar, es muss zu dem Grundfutter gefüttert werden. Ich möchte hier noch einen Hinweis geben, besonders Keimfutter ist bei Züchtern nicht unumstritten. Wir möchten alle, dass es unseren Wellensittichen an nichts fehlt. Doch die Steigerung der Qualität des Futters, die Zufütterung von z. B. Keimfutter und/oder Grünfutter, die künstliche Belichtung für Wellensittiche und die Anregung des Nagetriebs führt unweigerlich zu einem erhöhten Brutverhalten. Mit der Abschaffung der Zuchtgenehmigung von Wellensittichen, kann zwar jeder Halter Wellensittichnachwuchs züchten jedoch sollte immer auf das Wohl der Vögel geachtet werden.
Noch nie zuvor gab es so viele Wellensittichnachzuchten in privaten Haushalte wie derzeit, was ich als problematisch betrachte. Deshalb nie mehr als einmal pro Woche Keimfutter anbieten.

Was ist Quellfutter?
Nimmt man geeignete Saaten und schüttet sie in ein Gefäß, bedeckt die Körnerschicht völlig mit Wasser und lässt sie 12 Stunden stehen, erhält man Quellfutter.

Was ist Keimfutter?
Nimmt man Quellfutter spült es ordentlich mit lauwarmen Wasser durch, lässt es gut abtropfen und lässt die Körner für 24 Stunden keimen, spricht man von Keimfutter.

Keimfutter für Wellensittiche selber herstellen

Viele Anfänger kaufen sich im Fachhandel fertiges Keimfutter, weil sie Angst haben etwas falsch zu machen. Dabei ist die Herstellung von Keimfutter ganz simpel und mit wenig Zeitaufwand verbunden. Wie bereits erwähnt sollte bei der Herstellung von Quell- und Keimfutter streng auf die Hygiene geachtet werden. Während des Keimvorganges reifen auch unerwünschte Keime und Bakterien. In einer warmen Umgebung nimmt die Zahl der Keime und Bakterien exponentiell zu.
Wasche deshalb vor dem eigentlichen Keimprozess die Saaten gründlich mit lauwarmen Wasser mehrmals durch, um Schmutz zu beseitigen.
Zum Keimen werden die Saaten in einem Keimautomaten oder ein sauberes Gefäß (Schüssel, Topf o. ä.) gefüllt und völlig mit lauwarmen Wasser bedeckt. Dabei sollte die Körnerschicht nicht zu dick sein, damit immer noch genügend Sauerstoff an alle Körner gelangen kann. Ist die Schicht der Saaten zu dick, können die Körner faulen.

Hinweis

Die Ration sollte pro Vogel zirka ein Teelöffel gekeimte Samen sein.

Die Saaten verbleiben nun für 6 – 12 Stunden an einem warmen Platz. Der biologische Prozess im Korn hat nun bereits eingesetzt und das Leben ist im Korn erwacht, auch wenn du äußerlich noch nichts erkennen kannst. Das Wasser wird nun abgegossen und das bereits fertige Quellfutter mit lauwarmen Wasser durchgespült. Die Samen müssen nun abtropfen, dazu eignet sich ein Edelstahl – oder Plastiksieb. Plastiksiebe sollten Bisphenol A (BPA) Frei sein. Diese chemische Verbindung löst sich in Wasser und kann auf die Samen übergehen.

Das Sieb wird nun mit einem Deckel oder Tuch abgedeckt, damit kein Staub an die gequollenen Körner kommen kann, und bleibt bei Zimmertemperatur an einem etwas dunkleren Ort stehen. Dabei muss aber immer noch genug Luft an die Samen gelangen können. Mindestens zweimal am Tag wird diese Masse mit Wasser abgespült, zum einem um die Keimbildung zu verlangsamen und damit die zukünftigen Keimlinge nicht austrocknen. Dies ist auch der häufigste Fehler, bei den ersten Versuchen Keimfutter selber herzustellen trocknen die Körner und alles war vergebens.

Hast du deinen Wellensittiche schon mal Keimfutter angeboten?

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Nach 12 – 24 Stunden zeigen sich die ersten Keimlinge, jetzt solltet ihr das Keimfutter ordentlich spülen und abtropfen lassen und den Wellensittichen zu fressen geben.

Ideal zu Herstellung von Keimfutter sind Keimautomaten oder Keimboxen. Schnell Keimen in einem Keimautomaten die Samen, da sie die Temperatur im Inneren äußerst konstant halten.

Hygiene des Zubehörs

Wie bereits mehrfach genannt ist die Hygiene bei der Herstellung von Quell- und Keimfutter sehr wichtig. Deshalb müssen nach einem Keimprozess alle verwendeten Gegenstände (Sieb, Schüssel, Keimautomat) gründlich gereinigt werden. Jedoch reicht normales abwaschen der Gegenstände nicht aus. Um die entstandenen Keime und Bakterien gezielt zu töten, ist es ratsam die Gegenstände mit warmen Essigwasser zu reinigen. Der pH-Wert vom Essig arbeitet dann als Bakterienkiller.

Geeignete Saaten für Keimfutter

Nicht alles was nach Korn aussieht eignet sich zum Quellen bzw. Keimen. Futtermischungen aus dem Handel mit Honig und Bäckereierzeugnisse, Kräuter und Trockenfrüchte sind völlig ungeeignet. Des Weiteren sind Leinsamen und Grassamen (Knaulgrassamen) nicht zum Keimen geeignet.
Ansonsten gilt jedes gesunde Korn ist keim- und lebensfähig, solange es noch seine Ähre (Rispe) besitzt. Geschälter Hafer, der meist in Futtermischungen enthalten ist, zählt demnach nicht zum keimfähigen Korn.
Eine Auswahl für geeignete Saaten für Keimfutter sind:

  • Spitzsamen,
  • Platahirse,
  • Sorghum (Milo),
  • Hafer,
  • Weizen,
  • Silberhirse,
  • Mungbohnen,
  • Kardi,
  • Japanhirse,
  • Negersaat,
  • Dari,
  • Buchweizen

Rote Hirse am Kolben lässt sich auch keimen, jedoch ist die Vorgehensweise etwas anders.

Einweichzeiten der Saaten

Die Keimzeit der Saaten hängt von der Größe der einzelnen Körner ab.

Keimzeiten verschiedener Samen
KörnerKeimzeit in Stunden
Dari12
Dinkel8
Hafer8
Hirse (gelb)12
Hirse (grün)12
Hirse (rot)12
Mungbohn12
Platahirse12
Kardi12
Sorghum (Milo)12

Wichtige Hinweise zur Fütterung & Lagerung von Keimfutter

Wellensittiche die an Keimfutter nicht gewöhnt sind meiden es häufig, ich habe zum Anfang meinen Wellensittichen das Keimfutter auf ein Salatblatt angerichtet. So verloren sie schnell die Scheu vor den gekeimten Saaten.

Die Verderblichkeit gequollener bzw. gekeimter Samen ist sehr hoch, deshalb sollte immer nur die Menge an Quell- und Keimfutter angerichtet werden, die auch schnell von den Wellensittichen verzerrt wird. Als Vorsichtsmaßnahme solltet ihr das spezielle Futter morgens anbieten, vor allem bei hohen Temperaturen verdirbt das Futter schnell. Der Napf und/oder Schälchen in dem ihr das Keimfutter reicht, sollte nach maximal 2 Stunden aus dem Käfig entfernt werden, da bereits ein nichtsichtbarer Fäulnisprozess in Gang gesetzt wird.
Wer nicht immer eine kleine Menge Samen keimen möchte und lieber etwas mehr ansetzt, sollte die gekeimten Körner im Kühlschrank aufbewahren. Dort sind sie abgedeckt bis zu 3 Tage haltbar. Vor der Fütterung dieser gekeimten Sämereien müssen sie gründlich abgespült werden und sich auf Zimmertemperatur aufwärmen. Futter direkt aus dem Kühlschrank können Krankheiten wie Durchfall verursachen.

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3 Antworten
    • Maik
      Maik says:

      Fertiges Keimfutter kaufen ist zwar einfach,doch fressen meine Wellensittiche dieses überhaupt nicht. Es ist auch viel spannender die Körner beim keimen zu beobachten.

      Antworten

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