Glanzsittich (Neophema splendida)

Der Glanzsittich gehört zu den schönsten und farbenprächtigsten Sittichen überhaupt. Dazu sind sie neugierig, friedlich und können gut mit anderen Vögeln z.b. Nymphen- und Wellensittiche gehalten werden.

Glanzsittich Beschreibung

Inhaltsverzeichnis

Der Glanzsittich ist in seiner Farbenpracht noch auffälliger und schöner als sein naher Verwandter, der Schönsittich. Er wurde von John Gold 1840 erstmals beschrieben und benannt.

Beschreibung des Glanzsittichs

Name: GLANZSITTICH
Wissenschaftlicher Name : Neophema splendida (Gould, 1840)
Ordnung: Psittaciformes – Papageien
Unter Ordnungen:
Familie: Platycercidae – Plattschweifsittiche
Unter Familie: Neopheminae – Feinsittiche
Gattung: Neophema
Unterarten:
Englisch : Scarlet-chested Parrot; Splendit Grass Parakeet;
Französisch : Perruche à poitrine écarlate; Perruche splendide;
Italienisch : Parrocchetto splendido;
Holländisch : Splendidparkiet; Glansparkiet;
Spanisch : Periquito Espléndido;

Glanzsittiche besitzen eine Größe von ca. 20 cm. Das Grundgefieder ist grün, Hals und Gesichtsmaske kobaltblau mit etwas dunkleren Wangen und Hals. Die Brust ist bei den männlichen Glanzsittichen rot, Bauch und Unterschwanzdecken orangegelb. Die äußeren kleine und mittlere Flügel- und Armdecken hellblau; Flügelbug, Handdecken, Außenfahnen der Schwingen und Unterflügeldecken violettblau; Außenfahnen der Armschwingen grünblau; mittlere 4 Schwanzfedern oberseits grün, die äußeren Schwanzfedern gelb und mit schmutziggrüner Basis; Schwanzunterseite gelb; Schnabel schwärzlich; schmaler nackter Augenring grau; Iris graubraun; Füße grau. Weibchen wie Männchen, aber mit matterer und nicht so weit ausgedehnter Gesichtsmaske; Zügel hellblau; Brust grün; äußere kleine und mittlere Flügel- und Armdecken blaß hellblau; auf der Unterseite der Schwingen befindet sich ein variabler heller Flügelstreifen, der bei einigen Vögeln fehlt. Jungtiere wie Weibchen, aber mit matterem Grün; Jungmännchen meist mit einer ausgeprägteren Gesichtsmaske; Unterflügelstreifen vorhanden, variiert jedoch; vollständige Ausfärbung erst mit 24 Monaten abgeschlossen.

Heimat und Lebensweise von Glanzsittichen

Das Verbreitungsgebiet reicht vom westlichen Neusüdwales über das nördliche Südaustralien bis in das Innere Westaustraliens. Der Glanzsittich ist ein Bewohner küstenferner Gebiete und nirgends häufig. In manchen Gebieten galt er als ausgestorben, bis er dann ab 1939 als Kulturfolger in einigen Landesteilen, sogar invasionähnlich, wieder auftauchte. In Südwestaustralien scheint er im Bestand zuzunehmen. Hügelland mit Eukalyptus- und Spinifex Gras Bestanden ist sein Biotop. Das Trinkbedürfnis von Glanzsitticheb ist gering, Tautropfen und aufgenommene wasserhaltige Pflanzenteile decken seinen Flüssigkeitsbedarf. In Astlöchern niedriger Bäume befindet sich das Gelege von 3, seltener 4 Eiern. Brutzeit September bis Oktober. Die Weibchen tragen Blätter und anderes weiches Nistmaterial, in das Bürzelgefieder gesteckt, zum Polstern der Nisthöhle ein.

Haltung

Wie übrige Neophema-Arten. Der Glanzsittich ist der weichlichste und hinfälligste unter seinen Verwandten. Friedlich gegen Kleinvögel, ruhig, sehr zahm werdend, keineswegs schreckhaft und ängstlich, aber empfindlich gegen feuchte, neblige und kalte Witterung. Für Freivolieren nur bedingt geeignet! Unterbringung in trockenen und erwärmten Räumen empfehlenswert, aber auch hier oft anfällig und nicht sonderlich ausdauernd.

Fütterung

Samengemisch aus Glanz, verschiedenen Hirsesorten, Waldvogelfutter, Unkrautsamen, Hafer, Weizen und wenig Hanf; Kolbenhirse; verschiedene Obst- und Gemüsesorten, vor allem jedoch Karotten und Äpfel; Hagebutten, Vogelbeeren, Grünpflanzen (Vogelmiere, Löwenzahn, Spinat usw.); zur Jungenaufzucht ein Ei- und Insektenweichfutter und wenige gekeimte Sonnenblumenkerne.

Zucht

Die Vögel sind bereits ab den 6 – 8 Monat zuchtfähig und brüten oft mehrmals hintereinander.

Gelingt regelmäßig und nicht schwierig; Paar möglichst allein unterbringen; in sehr großen Volieren können auch mehrere Paare brüten, dann jedoch die Jungvögel kurze Zeit nach dem Ausfliegen entfernen; Brutbeginn meist ab April; Halme und Blattstücke werden als Nestunterlage eingetragen; Normalgelege 4-5 Eier; Brutdauer 18-19 Tage; Nestlingszeit 4-5 Wochen; Jungtiere nach 3 Wochen selbständig; spätestens dann von den Altvögeln trennen, da oft zwei bis drei Bruten im Jahr; Jungvögel nach dem Ausfliegen meist scheu und schreckhaft; fliegen mitunter hart gegen den Volierendraht und verletzen sich; evtl. diesen mit Tüchern oder belaubten Zweigen abdecken.

Verhalten in Zuchtanlagen

Leise Sittiche mit melodischer Stimme; verhältnismäßig robust; teilweise empfindlich gegen nasskalte Witterung; werden schnell zutraulich; können mit Finken und anderen kleinen Vögeln untergebracht werden; kommen gern auf den Boden und scharren im Sand; regelmäßig Wurmkuren.

Rechtlicher Hinweis

Schutzstatus: Anhang B. Nach Anlage 5 zur BArtSchVO von der Anzeigepflicht ausgenommen.
Für die Zucht und Abgabe von Sittichen ist die „Verordnung zum Schutz gegen Psittakose und Ornithose (Psittakose-Verordnung)“ in neuesten Fassung – derzeit vom 14.11.1999 (BGBl. Seite 2111) – zu beachten.

Mutationen

Dunkelgrün, dunkelblau, pastellblau, violett, silber, blau Weißbrust violett, grün violett, opalin

Einzelnachweis für Quellen:

  • A. Rutgers: Handbuch für Zucht und Haltung Fremdländischer Vögel
  • R. Schöne, P. Arnold: Australische Sittiche
  • Dathe: Handbuch des Vogelliebhabers (Band 1)
Glanzsittich – Neophema splendida (Gould, 1840): 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
4,90 von 5 Punkten, basierend auf 10 abgegebenen Stimmen.
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2 Kommentare
    • Maik sagte:

      Der Glanzsittich ist vom Verhalten ein sehr friedvoller, ruhiger Vogel. Der Gesang ist melodisch und sehr angenehm. Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen Wellensittich und Glanzsittich.

      Sofern die Glanzsittich Henne in Brutstimmung ist, verändert sich das Verhalten vom Hahn. Dann beschützt er sie sehr energisch. Andere Neophema Hähne werden dann gejagt/verjagt.

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