Euthanasie – Tötung eines Wellensittichs

Euthanasie beim Wellensittich

Ich bin mir bewusst, dass Euthanasie nicht gerade ein Thema für den Mittagstisch ist und sicher fragst du dich gerade warum schreibt der Typ über das Töten von Tieren. Wir leben in einer Gesellschaft mit schätzungsweise knapp 30 Millionen Haustiere (Schätzung 2015 vom ZZF). Einige leben davon zufrieden und glücklich, andere haben ein unerfülltes Leben. Bei der ersten Gruppe von Haustieren sorgt der Mensch alles für das Wohlbefinden, angefangen von der Namensgebung über ein ausgewogenes Futter bis zur Wohnlichkeit. Geld spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Stirbt ein Wellensittich oder anderes Haustier irgendwann auf natürlicher Weise, können wir sagen „Mein Tier hatte ein schönes Leben.“, unerwartet Krankheiten und Beschwerden sind Gründe für die zum Euthanisieren führen.

Was ist Euthanasie?

Euthanasie bedeutet nichts anderes, als die schmerzlose Tötung, eines Tieres bei Aussichtslosigkeit einer weiteren Behandlung. Des Weiteren kann eine Tötung als seuchenprophylaktischen und diagnostischen Gründen zur Abklärung notwendig sein. Umgangssprachlich wird Euthanasie auch als Sterbehilfe definiert. Laut Tierschutzgesetz darf nur ein Tierarzt und/oder jemand der die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat ein Tier töten. Und dann nur unter wirksamer Schmerzausschaltung (Betäubung) in einem Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden.

Methoden der Euthanasie

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass die einzige vertretbare Methode der Euthanasie durch einen Tierarzt durchgeführt werden kann. Vor einiger Zeit hat der Tierarzt dazu Äther benutzt. Dazu wurde der Vogel entweder getränkte Watte mit Äther über die Nasenlöcher gehalten oder er wurde in einem Kästchen mit Äther gesetzt. Heute spritzen Tierärzte ein Beruhigungsmittel, so kann das Tier sanft einschlafen. Dann kommt eine weitere Spritze, die das Herz des Vogels zum Stehen bringen. Danach hört der Arzt den Brustkorb ab, ist kein Herzschlag mehr zu hören erklärt der Arzt das Tier für Tod.

Sicher gibt es noch andere Methoden, doch diese Billige ich nicht und spreche sie auch nicht weiter an. 1990 wurde in das BGB der § 90 a („Tiere“) eingefügt. In dieser Vorschrift heißt es: „Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch die besonderen Gesetze geschützt. Auf sie sind die für die Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.“

Bei einem Verstoß gegen § 17 TierSchG droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Eine Geldbuße bis zu 25.000 Euro ahndet § 18 TierSchG jemanden, der eine Euthanasie ohne Betäubung durchführt.

Haustier einschläfern lassen

Ich muss gestehen das ich zu der Sorte Menschen gehöre, die alles für ihr Tier tun. Meine Wellensittiche bedeuten mir sehr viel und selbst meine zwei Zwergkaninchen bekommen viel Zuneigung. Meine erste Begegnung mit dem Thema Euthanasie hatte ich in der Tierklinik, als bei meinem Wellensittich Sky ein Tumor diagnostiziert wurde. Der behandelnde Arzt meinte „er müsse den Wellensittich euthanasieren , es sei zum Wohl des Vogels und er würde sich nicht mehr quälen“. Im ersten Moment war ich geschockt, ich wollte nicht das mein Wellensittich sterben soll. Nach einigen Minuten im Warteraum, wo ich mir das Thema und die Diagnose durch den Kopf gingen lies, nahm ich Abschied von Sky. Ging in den Behandlungsraum und der Arzt vollbrachte seine Arbeit.

Auch wenn es gefühllos erscheint, haben Tierärzte bei der Euthanasie keine Freude sie wissen, dass es ein schwerer Schritt für den Haustierbesitzer ist.

Mitgefühl brachte mir die zweite Begegnung einer Tierärztin ein, als ich mein Zwergkaninchen Boerne einschläfern lassen musste. Hier kamen mir natürlich auch einige Tränen, doch ich wusste das es besser für ihn ist.

Wir sind uns alle Bewusst, dass das Leben begrenzt ist und irgendwann der Tod kommt. Leider sprechen wir aber ungern von ihm, obwohl wir eine aufgeklärte Bevölkerung sind. Wir denken, dass unsere Lieblinge ruhig einschlafen und dass alles vorbei ist. Ehrlich gesagt, dass ist unser Wunschdenken, die Realität ist häufig sehr grausam zu uns. Ist ein Haustier krank und dein Tierarzt meint es sei Zeit für die Erlösung, solltest du offen sein zur Euthanasie und keine falschen Hoffnungen haben. Auch wenn es in der Seele schmerzt, müssen Haustierbesitzer lernen loszulassen. Tiere sollten sich nicht quälen und leiden. Was uns bleibt sind die vielen Fotos und die schönen Erinnerungen an einen geliebten Wegbegleiter.

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Wie bei allen Artikeln kannst du deine Meinung zum Thema darstellen, vielleicht hast du ähnlich Erfahrungen mit der Euthanasie gehabt.

1 Antwort
  1. Daniel
    Daniel says:

    Mit Sicherheit kein schönes Thema. Ich habe das große „Glück“ gehabt das meine Tiere keine längere Krankheit hatten und eines plötzlichen und damit schnellen Todes gestorben sind.
    Vor 2 Monaten mein Welli „Yellow“. Ich war dabei als es geschah und ich musste tatenlos zusehen. Sie schrie plötzlich und lag auf dem Boden wobei sie sich immer wieder aufrichten wollte aber dabei jedesmal wieder umgefallen ist. Ich nahm sie in die Hand um ihr irgendwie zu helfen aber was will man in einer solchen Situation tun ?!? Yellow verstarb somit kurze Zeit später was für mich natürlich sehr schlimm gewesen ist aber rückwirkend betrachtet, bin ich froh das es so schnell ging und sie nicht viel leiden musste. Vermutlich war es ein Schlaganfall oder Herzinfarkt was bei einigen Farbschlägen vorkommen kann.
    Auch wenn ich diese Laute nochimmer im Kopf habe, bin ich irgendwo froh darüber das ich nicht darüber entscheiden musste ob ihr Leben beendet wird oder nicht. Mir ist durchaus bewusst, das auch ich irgendwann mal in die Situation kommen werde und darüber entscheiden muss aber ich möchte es ehrlich gesagt nicht egal ob Wellensittich oder Hund.

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