Animal Hoarding bei Wellensittichen

Immer wieder gibt es Bericht in den Medien von Tiersammelsucht oder Tierhortung genannt. Animal Hoarding ist eine psychische Erkrankung von Menschen, die Tiere in großen Mengen halten. Die Bedürfnisse der Tiere werden dabei aber nicht beachtet. Dabei fehlt es den Tieren an Wasser, Futter, Platz und die Hygiene ist auch nicht gegeben. Laut Wikipedia Tierhortung sind 3/4 der Betroffenen weiblich und meistens über 50 Jahre alt.

Was ist Animal Hoarding?

Animal Hoarding kommt aus dem englischen und bedeutet:

Animal = Tier
Hoarding = Sammeln, Horten

also das Sammeln von Tieren oder Tierhortung. Viele fragen sich sicherlich, wie jemand Tiere sammeln kann. Diese Menschen sind krank oder besser ausgedrückt, sie besitzen eine krankhafte psychische Störung. Diese sollte natürlich ärztlich behandelt werden, doch wie bei allen Zwängen beziehungsweise Suchten merkt der Betroffene es meistens nicht. In einigen Ländern ist Animal Hoarding eine anerkannte Krankheit, doch leider noch nicht in Deutschland.

Wie kann es zu dieser psychischen Erkrankung kommen?

Einsamkeit und Isolation sind meistens die Gründe für diese Störung. Die Angst „alleine zu sein“ treibt die Menschen dazu, die Tiere als Partnerersatz zu halten. In den meisten Fällen beginnt die Tierhorung aber sehr überschaubar, doch 1 + 1 ergibt, mit der Zeit, 50 oder mehr. Schnell ist gesagt, dass der Mensch verrückt ist oder nicht alle Tassen im Schrank hat. Doch bei diesen Menschen muss gehandelt werden, damit die Tiere aus den unwürdigen Verhältnissen befreit werden und den Menschen mit einer Psychotherapie geholfen werden. Leider ist Animal Hoarding kaum heilbar, Menschen mit dieser Krankheit sind sehr Rückfall gefährdet.

 

Doch was ist „normal“?

Ich halte in meiner Wohnung 15 Wellensittichen und liege damit deutlich höher als der Durchschnitt. Bin ich nun psychisch Erkrankt und betreibe eine Tierhortung, wenn ich einen kleinen Schwarm halte? Ich sage mal nein – ich achte darauf, dass die Wellensittiche ihre Bedürfnisse weites gehend gerecht werden. Tierartzbesuche, Futter, Wasser und die Hygiene kommen bei mir nicht zu kurz. Meine Wohnung ist sauber, so dass ich jeder Zeit Besuch empfangen kann. Und trotzdem werde ich jedes mal schief angesehen, wenn ich sage das ich 15 Vögel halte.

Bird Hoarding

Für alle die von Animal Hoarding das erste Mal hören, binde ich mal dieses Video von Spiegel.tv ein.

 

Bird Hoarding wird das sammeln von Vögel genannt. Das Video zeigt schon ein sehr krasses Beispiel an Animal Hoarding und bei einem Gespräch mit Aktion-Tier habe ich erfahren, dass dieser Mann nicht mehr sammeln kann. Einen Ausführlichen Bericht über Animal Hoarding könnt ihr auf der Seite von aktion tier – menschen für tiere e.V.

Was tun bei Animal Hoarding?

Solltet ihr in eurer Gegend feststellen, dass jemand unkontrolliert Tiere sammelt so zögert nicht die Behörden oder auch aktion-tier davon zu informieren. Ihr helft nicht nur den Menschen, ihr helft vor allem den Tieren. Denn leider ist es so, dass es den Tieren meistens nicht gut geht (milde Ausgedrückt). Wie ihr im Video gesehen habt, mussten die Wellensittiche erstmal in ärztliche Behandlung und ich gehe mal davon aus das es nicht alle Vögel geschafft haben.

Wie sind eure Erfahrungen und wie viele Tiere haltet ihr? Liegt ihr auch über den Durchschnitt?

 

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3 Kommentare
  1. Tanja sagte:

    Ein echt guter Beitrag!!
    Ich kann dazu nur sagen Diese Menschen wissen leider nicht was sie ihren Tieren mit ihrer Psychischen Problem antun.
    Deine Wellis haben es bestens so soll es auch sein,
    selbst wenn man viele Tiere hat.

    An diesen Kriterien erkannt man AnimalHoarding:
    -Wenn die Tiere zuwenig Platz haben weil sie soviele sind

    -Sie sich dauerfortplanzen und der Halter nichts dagegen unternimmt

    -Der Halter der Hygiene nicht mehr nachkommen kann, die Tiere somit in ihrem Dreck und kot leben müssen

    -Sie nicht ärztlich versorg werden

    ab da ist das wohl der Tiere in Gefahr und man sollte es sofort dem Tierschutz melden.

    Ich ürde mir sogerne wünschen das diese Menschen die soetwas machen keinerlei Tiere mehr halten dürften!

  2. Katrin sagte:

    Hallo,

    also ich kann mich eurer Meinung nur anschließen. Jasmin und ich kennen uns nun einige Jahre und ich würde sie genauso wenig als verrückt bezeichnen wie sie mich.

    Aktuell leben bei mir und meinem Mann 50 Wellis in der Mietwohnung, dieses Jahr sogar mit kleiner Zucht. Da wird man von vielen als „Nicht normal“ oder „Verrückt“ abgestempelt. Aber bin ich das? Es ist auch bei mir alles sauber, die Tiere sind ordentlich in einer schönen großen Zimmervoliere untergebracht, haben Natursitzäste und frische Knabberzweige, Spielzeug, gutes Futter und sauberes Wasser, sowie eine vogelkundige tierärztliche Versorgung. Hygiene ist mir sehr wichtig und ich reinige regelmäßig die Voliere und das Vogelzimmer.
    Viele können das nicht glauben und sind dann überrascht wenn sie zu Besuch kommen wie sauber es doch ist. Inzwischen hat sogar meine Nachbarin einen Narren an meinen Wellis gefressen und bietet bei jeder Gelegenheit an die Urlaubsbetreuung für die Lütten zu übernehmen inkl. freiwilliges putzen.
    Zu laut sind die Wellis den Nachbarn auch nicht. Wenn alles zu ist hört man sie nicht, nur bei geöffnetem Fenster sind sie natürlich zu hören. Aber auch da achte ich darauf die Ruhezeiten einzuhalten. Schließlich möchte ich selbst ja auch nicht von meinen Nachbarn mit Lärm belästigt werden.

    So wie Jasmin und viele andere Welli-Halter liebe ich meine Tiere und möchte ihnen ein schönes und artgerechtes Leben ermöglichen! Es ist so schön dem Schwarm zuzuschauen und für mich ist es nach einem harten Arbeitstag sehr entspannend das Treiben zu beobachten. Der Wellensittich ist eben ein Schwarmtier und braucht seine Artgenossen. Das merke ich jeden Tag.

    Traurig macht mich, dass Menschen, die unter der Krankheit „Animal Hoarding“ leiden nur wenig Hilfe bekommen und von der Gesellschaft noch mehr ausgegrenzt und als „unnormal“ gemieden werden. Mit der richtigen Hilfe und Aufklärung wäre beiden Seiten, den Menschen und den Tieren, gedient.
    Wütend werde ich allerdings, wenn jeder der mehr als 2 bis 4 Wellis hält als Krank und Tiersammler abgestempelt wird. Negative Schlagzeilen in der Presse machen schnell die Runde und halten sich in den Köpfen der Leute hartnäckig. Man muss nur mal den Berliner Welli-Sammler erwähnen, den kennt fast jeder. Aber keiner weiß, dass dies ein Beispiel für die Krankheit ist.
    Mir fehlt da einfach die Aufklärung, dass es sich beim „Animal Hoarding“ um eine Krankheit handelt und die Akzeptanz für diese. Aber: Nicht jeder, der einen großen Wellensittichschwarm hält ist ein krankhafter Tiersammler! Das negative Bild aus der Presse legt jedoch vielen tierlieben Haltern Steine in den Weg und macht ihnen das Leben unnötig schwer. Dabei wird jemand der 500 Teddybären oder tausende Eisenbahnen in seiner ansonsten sauberen Wohnung sammelt auch nicht als Messie bezeichnet (was ja auch eine Krankheit ist). Er wird höchstens milde belächelt. Daher kann ich diesen Artikel nur begrüßen, der einmal diesen Unterschied verdeutlicht.

    LG Katrin

    PS: Im übrigen finde ich das Infoportal insgesamt sehr informativ, weiter so! *daumen-hoch*

  3. Jasmin sagte:

    „Ich halte in meiner Wohnung 13 Wellensittichen und liege damit deutlich höher als der Durchschnitt. Bin ich nun psychisch Erkrankt und betreibe eine Tierhortung, wenn ich einen kleinen Schwarm halte? Ich sage mal nein – ich achte darauf, dass die Wellensittiche ihre Bedürfnisse weites gehend gerecht werden. Tierartzbesuche, Futter, Wasser und die Hygiene kommen bei mir nicht zu kurz. Meine Wohnung ist sauber, so dass ich jeder Zeit Besuch empfangen kann. Und trotzdem werde ich jedes mal schief angesehen, wenn ich sage das ich 13 Vögel halte.“

    Das kenne ich auch. Ich halte 30 Wellensittiche in der Wohnung und werde auch oft schief angeguckt oder dann komplett ausgefragt. Ich denke auch nicht, dass ich erkrankt bin, da ich auch vielen behinderten Wellis ein zu Hause gebe und ich meinen Wellis auch immer gerecht werde.

    Die Menschen die wirklich betroffen sind, werden als Buhmänner hingestellt, dabei handelt es sich hier wirklich um eine Krankheit, die schnellst möglich erkannt werden muss und auch behandelt werden muss. Oft wird einfach weggeschaut und auch viele Ämter nehmen gemeldete Fälle oft nicht Ernst. Hier müssen Tiere dann in elendigen Verhältnissen weiterleben. Sowas muss sich schnell ändern.

    LG Jasmin

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